Ballaststoffe und ß-Glucane

Für die Bestimmung der unverdaulichen Ballaststoffe führen wir die Analyse nach der AOAC-Methode 2009.01 durch. Hierbei wird durch α-Amylase und Amyloglucosidase nichtresistente Stärke gelöst und zu D-Glucose und Maltose hydrolysiert. In der Probe enthaltenes Protein wird denaturiert und mit Protease verdaut. Durch Ethanolzugabe werden die löslichen höhermolekularen Ballaststoffe ausgefällt und gravimetrisch bestimmt. Die Filterrückstände, welche sich aus unlöslichen und löslichen höhermolekularen Ballaststoffen zusammensetzen, werden um den Gehalt an Protein und Asche korrigiert. In den Ethanolfiltraten wird der Gehalt an löslichen, niedermolekularen Ballaststoffen per HPLC mit Brechungsindexdetektor bestimmt.

Bei den ebenfalls unverdaulichen β-Glucanen werden zwei Arten unterschieden: die aus Getreidekleie stammenden β-Glucane und die aus Pilzen und Hefen gewonnenen β-Glucane.
Die anzuwendende Analysenmethode ist abhängig von der Herkunft des Polysaccharides.
Die Hydrolyse von β-Glucan, das aus Getreidekleien stammt, erfolgt durch das Enzym Lichenase. Die so entstandenen Oligosaccharide werden anschließend in Glucose gespalten und diese nach Reaktion mit Glucose-Oxidase-Peroxidase photometrisch bestimmt.
Die aus Pilzen und Hefen stammenden β-Glucane, werden indirekt als Differenz zwischen Gesamt- und α-Glucanen bestimmt. Gesamt-Glucane (α- und β-Glucane) werden mit Salzsäure gelöst, hydrolysiert und die entstehenden Oligosaccharide anschließend in Glucose gespalten. α-Glucane werden in Kaliumhydroxid gelöst und ebenfalls in Glucose gespalten. Abschließend wird Glucose sowohl im Gesamt-Glucan- als auch im α-Glucan-Ansatz am Photometer quantifiziert.

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